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hyder out.

Falls Sie der Meinung sind, dass Sie in Ihrem Leben zu viel richtig machen, dann können Sie sich von der österreichischen Bundesregierung einige Tipps in Sachen Kontraproduktivität holen.

Der Weg ist frei. Keine Wahlen bis 2013. Es wäre die Chance für die große Koalition gewesen, wichtige Reformen durchzubringen. Doch SPÖ und ÖVP bevorzugen es, sich in überhastetem Populismus bzw. trotziger Neinsagerei zu üben. Die Regierungsparteien sehen sich nicht als Partner, sondern in erster Linie als politische Kontrahenten. Anstatt eine gelungene Zusammenarbeit zu forcieren, wird versucht, politisches Kleingeld zu machen und sich in der Wählergunst vor dem Mitbewerber zu platzieren. Was die beiden Mittelparteien (das Wort “Groß” im Zusammenhang mit SP/VP zu verwenden fällt immer schwerer) dabei übersehen: Nach den nächsten Wahlen wird einer stärker als der andere sein, ja. Aber sie werden gemeinsam deutlich geschrumpft sein.

Nach dem (umstrittenen) Budgetbeschluss hätten die Regierungsparteien die historisch lange wahlfreie Zeit dazu nützen müssen, die längst überfällige Verwaltungsreform anzugehen. Doch die SPÖ, genauer Verteidigungsminister Norbert Darabos, trat stattdessen eine populistische Wehrpflichtdebatte unter der Regie der “Krone” los. Seine politische Glaubwürdigkeit verlor Darabos nicht nur deshalb, weil die allgemeine Wehrpflicht noch vor ein paar Monaten für ihn “in Stein gemeißelt” war, sondern auch deshalb, weil man den Eindruck gewinnen konnte, dass nicht der Minister, sondern Claus Pándi hier die Zügel in der Hand hatte. Wie hoch der Einfluss der “Kronen Zeitung” auf die politischen Entscheidungen in diesem Thema ist, lässt sich hier nachlesen. Ursprünglich waren im Auftrag an den Generalstab 5 Heeresmodelle enthalten. Da man der “Krone” aber irrtümlich übermittelte, dass es derer 7 gebe, wurden kurzerhand noch 2 völlig unrealistische Modelle in den offiziellen Auftrag übernommen. Wieder alles auf “Krone”-Linie. Bravo.

Ein Kunststück eigentlich, wie es Norbert Darabos gelungen ist, die ursprünglich positive Einstellung in der Bevölkerung zur Abschaffung der Wehrpflicht umzudrehen. In aktuellen Umfragen zeichnet sich wieder eine Mehrheit zur Beibehaltung des Bundesheeres in seiner jetzigen Form ab. Österreich ist verunsichert. Eine Volksbefragung könnte zur Blamage für die SPÖ werden. Was lange vorbereitet hätte werden müssen und sich als “Zuckerl” am Ende der Legislaturperiode wahrscheinlich gut gemacht hätte, wurde überhastet, politisch unglaubwürdig und zum falschen Zeitpunkt angegangen. Chance verspielt.

Auch die ÖVP zeichnet sich momentan nicht durch politische Brillanz aus. In der Wehrpflichtdebatte rückte sie von ihren bisherigen Positionen (tendenziell pro-Abschaffung) ab, nur um sich weiter von der SPÖ zu distanzieren. Schwachsinnige Einfälle wie die Verkürzung der Wehrpflicht auf 5 Monate (Erwin Pröll) werden ernsthaft als “Möglichkeit” in Betracht gezogen.

In der Blidungsdebatte tut sich ebenfalls wenig. Hie und da hört man von Vorstößen wie 500€ Studiengebühren (die nichts bringen würden außer einer zusätzlichen finanziellen Belastung für Studierende) oder der ominösen “mittleren Reife” (die als Aussiebungsverfahren in der Mitte der Schullaufbahn bestenfalls als Vorgeschmack auf die knock-out Prüfungen an den Unis gewertet werden kann). Das Bildungsvolksbegehren von Hannes Androsch ist eine löbliche Initiative, aber es wird in der Bildungsdebatte keine Spuren hinterlassen. Es mangelt an konkreten Forderungen, weil zu viele Meinungen unter einen Hut gebracht werden müssen.

Durch all diese Debatten rückt die historische Chance, Österreich in großem Stil zu reformieren, in immer weitere Ferne. Chance verspielt. Oder, um es mit den Worten von Thomas Bernhard zu sagen: “Das führt alles zu nix.”

hyder out.

Dieser Post ist Heinz Wittenbrinks LV “Medientechnik und Medienpraxis” an der FH Wien gewidmet.

Thema der letzten Einheit MTMP waren Suchmaschinen, bzw. der effiziente Umgang mit selbigen. Als Hausübung sollten wir nach einem Thema unserer Wahl mit Hilfe verschiedener Suchmaschinen und Techniken suchen. Getestet habe ich Marktführer Google, Bing, sowie die “safe search” Alternative ixquick, die selbsternannte “diskreteste Suchmaschine der Welt”. ixquick speichert im Gegensatz zu Google & Co. keine Nutzerdaten. Ob der diskrete Musterschüler in der Praxis etwas taugt, wird sich weisen.

Aus aktuellem (traurigem) Anlass wählte ich als Suchbegriff Tucson, Arizona.

Bing spuckt als Top-Treffer erwartungsgemäß den Wikipedia Eintrag von Tucson aus. Auf den nächsten Plätzen folgen ein Reiseführer von usatourist.com, der Wikipedia Eintrag über Arizona, sowie die Facebook-Präsenz der Stadt Tucson. Generell erscheinen die Suchergebnisse sehr “sachlich”, es werden hauptsächlich Links zu Seiten geliefert, die Informationen zu Tourismus, Wetter und der Geschichte der Stadt liefern. Auf den ersten 3 Seiten findet sich kein einziges Suchergebnis, das auf die tragischen Ereignisse bei der Wahlverantsaltung von Gabrielle Giffords hinweist.

Ein ähnliches Bild bei der “sicheren” Suchmaschine ixquick: Nach den 4 gesponserten Links erscheint als Top-Treffer ebenfalls der Wikipedia Eintrag der Stadt Tucson, danach variieren die Ergebnisse allerdings. Es werden Links zur “Arizona Webcam”, der “Tucson, Arizona – United Church of God” (!), sowie eine Anzeige für einen “Hyundai – Tucson Arizona” (!!) geliefert. Die thematische Vielfalt der Links ist zwar breiter als bei Bing, aber auch irgendwie unbrauchbarer. Auch hier findet man auf den ersten 3 Ergebnis-Seiten keinen Hinweis auf das Massaker vom letzten Wochenende.

Und hier zeigt sich die große Stärke von Google. Zunächst wird dem Suchenden die geographische Position der Stadt von google maps gezeigt, daneben einige Bilder. Der Top-Treffer ist bei Google nicht der Wikipedia Eintrag (dieser kommt als Nr. 2 in deutscher, und als Nr. 3 in englischer Sprache), sondern die offizielle Seite der Stadt, visittucson.org. Nach den 3 Top-Links und einer Bilderleiste kommen schon die magischen Worte “News zu Tucson, Arizona” ins Spiel, darunter 3 Links zu topaktuellen Stories über das Blutbad von Welt Online, Spiegel Online und dem Online Kurier. Erst danach ähneln die Suchergebnisse wieder denen der anderen Suchmaschinen, sprich Links zu Seiten, die sich mit dem Tourismus, Wetter, etc. der Stadt Tucson befassen. Doch am unteren Ende der ersten Ergebnis-Seite trumpft Google nochmals auf: hier finden sich Videos zu den aktuellen Ereignissen in Tucson.

Gibt man bei Bing oder ixquick “Tucson, Arizona massacre” ein, bekommt man natürlich schon eher brauchbare Ergebnisse zu der Thematik (wobei insbesondere bei ixquick noch sehr kuriose Seiten erscheinen, z.b. als Treffer Nr. 2 ein Link zu einer CD-Rezension; der Zusammenhang mit Tucson bleibt schleierhaft.), doch der große Vorteil von Google liegt auf der Hand: Wenn man nach einem beliebigen Begriff sucht, bekommt man nicht nur allgemeine 08/15 Ergebnisse geliefert, sondern die aktuellen Nachrichten zu dem Thema gleich dazu. Wer nicht will, dass seine Daten gespeichert werden und sich auf die fragwürdigen Ergebnisse eines Anbieters wie ixquick verlässt, bleibt auf der Strecke. Denn hier muss man den Suchbegriff eng eingrenzen, um etwas sinnvolles zu bekommen, und selbst dann sind noch viele Links dabei, die so skurill wie unbrauchbar sind.

Ein weiterer Vorteil von Google besteht in den Adavanced Search Shortcuts (eine Liste hier). Will man etwa (aus welchem Grund auch immer) nur pdf Dateien zum Thema Tucson haben, gibt man “Tucson, Arizona filetype: pdf” ein. Ähnliche Befehle gibt es für verlinkte oder verwandte Seiten, Telefonbucheinträge, Wetter, etc. Für mich selbst habe ich noch keine sinnvolle Verwendung dieser Befehle gefunden, aber es ist zumindest gut zu wissen, dass diese Möglichkeit besteht, um das Suchergebnis sehr spezifisch einzugrenzen.

Als Fazit bleibt die nüchterne Feststellung, dass Google zu Recht Marktführer unter den Suchmaschinen ist. Schleißiger Umgang mit Kundendaten hin oder her, an Google führt kein Link vorbei.

hyder out.

Die heilige Kuh wird mal wieder zum Schlachthof geführt. Die SPÖ hat begonnen, ihre offenbar doch nicht so unumstößlichen Positionen zum Thema Studiengebühren zu revidieren.

Losgetreten von einem Kurier Interview mit Michael Häupl, können sich plötzlich SP-Bundesgeschäftsführer Kräuter sowie die restlichen 3 roten Landeshauptleute eine Wiedereinführung der Studiengebühren grundsätzlich vorstellen; natürlich “sozial verträglich” und nur für “Wohlhabende”. Die SP-Parteispitze, genauer Laura Rudas und Werner Faymann beteuern zwar, Studiengebühren seien “derzeit kein Thema”; hier liegt die Betonung aber vermutlich auf “derzeit”. Wie die Sache nach 2013 aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Denn dann ist der Koralmtunnel noch immer nicht fertig. Die veranschlagten Baukosten von 5,2 Milliarden Euro werden zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon auf die 11,2 Millarden gestiegen sein, die Verkehrsexperte Hermann Knoflacher für den wahrscheinlicheren Kostenpunkt hält. Der gesellschaftliche Nutzen des Prestigeprojektes ist umstritten. Während die Koralm-Befürworter hervorheben, dass sich die Fahrtzeit Graz-Klagenfurt um 2 Stunden verkürzen werde, streicht die ÖBB die direkte Zugverbindung zwischen Linz und Graz. Nicht mehr rentabel. Warum soll die Verbindung Graz-Klagenfurt um so viel rentabler sein?

Das Prestigeprojekt Koralmbahn ist der Regierung jedenfalls 65-mal mehr wert als die Sanierung des Uni-Systems. 300 Millionen Euro wurden von den Unis gefordert, um die größten Defizite zu stopfen, 80 sind es im aktuellen Budget geworden. Im Gegenzug wurde den über 24-jährigen die Familienbeihilfe gestrichen. Wenn sich die SP-Postitionen weiter aufweichen, steht neuen Studiengebühren spätestens nach 2013 nichts mehr im Wege. Schon jetzt sind horrende Erhöungen der Studiengebühren äußerst en vogue in Europa, aktuell zu beobachten in Italien und Großbritannien. Studieren als elitäres Privileg für Leute die sichs leisten können. Warum nicht auch in Österreich?

Die Leidtragenden sind die Studenten. Zugegeben, wir sind leichte Opfer. Keine Lobby, die uns den Rücken stärkt. Unser Image in der allgemeinen Bevölkerung ist auch schlecht. Unsere Forderungen finden wenig Anklang, weil wir eh alle faul sind und es uns den ganzen Tag gut gehen lassen. Vorausgesetzt wir bequemen uns überhaupt einmal aus dem Bett. Und trotzdem sind wir das zukünftige geistige Kapital eines Landes, das ansonsten keine nennenswerten Ressourcen besitzt. Die politische Klasse sollte sich irgendwann genauer überlegen, wie viel ihr das wert ist.

In der Zwischenzeit freuen wir uns auf unser nächstes Leben als Tunnel.

hyder out.

Die spinnen, die Engländer. Während im deutschsprachigen Raum allgemeine Skepsis gegenüber Web-Enthüllungen herrscht und sich die Deutschen keusch ihre Häuser auf Google Street View verpixeln lassen, setzt der Inselbewohner auf totale Transparenz. Die Regierung des Vereinigten Köngreichs geht mit gutem Beispiel voran und stellt eine bemerkenswerte Website vor, auf der sämtliche Polit-Entscheidungen benutzerfreundlich abrufbar sein sollen.

data.gov.uk – so lautet die url, unter welcher die britische Regierung künftig blank ziehen wird (im Moment ist eine Beta-Version online). Ganz neu ist die Idee zwar nicht; schon jetzt kann der politisch interessierte Engländer (und auch jedeR andere) jede Menge an Datensätzen im Web finden, die über die Tätigkeiten der Regierung informieren. Das Revolutionäre an diesem speziellen Projekt soll jedoch sein, dass diese Daten in maschinenlesbarer Form vorhanden sein werden, wodurch eine Suchfunktion ermöglicht wird (Stichwort: Linked Data). Bisher waren diese government datasets vor allem in Form von PDF-oder Excel-Dateien abrufbar – das Springen zu speziellen Themenpunkten, die interessierten, war nicht möglich. Entwickelt wurde die Seite unter anderem von Tim Berners-Lee, dem Vater des World Wide Web.

Ein entscheidendes Novum bei data.gov.uk ist die Möglichkeit der User-Partizipation, wie es sie auf Regierungs-Websites bisher noch nie gab. Schon jetzt können Ideen vorgeschlagen, Daten nachgefragt und selbst entwickelte Apps geteilt werden. Wenn diese Möglichkeiten auch tatsächlich genutzt werden und die entsprechende Kooperation seitens der Regierung vorhanden ist, dann könnten die Engländer dem hoch demokratischen Gedanken des open governments schon sehr nahe kommen.

Die Seite soll mehr als reine Datenlawine sein – es wird nicht nur dargestellt, welche Steuergelder wofür verwendet werden, wie es auch schon in einigen anderen Ländern üblich ist (wir erinnern uns an die letztlich wieder eingestellte Offenlegung der EU-Agrarsubventionen). Es soll auch tägliche Updates zu Ministerräten, special adviser meetings u.ä. geben, sodass Fortschritte von Regierungsplänen nachverfolgt werden können. Dieser spezielle Punkt könnte besonders für Journalisten interessant sein, die sich mit der Politik Großbritanniens beschäftigen. Was data.gov.uk im Speziellen für Journalisten bedeuten könnte, zeigt dieser Artikel von journalism.co.uk sehr schön auf.

Wenn dieses Projekt hält, was es verspricht, dann hat es das Zeug, ein bemerkenswertes Instrument gelebter Demokratie zu werden. Die Möglichkeiten des Web (2.0) wurden selten sinnvoller genutzt. Nachahmung empfohlen.

Anhang: Video einer Rede von Nigel Shadbolt (neben Tim Berners-Lee eine der Schlüsselfiguren hinter data.gov.uk), in der er das Konzept und die Motivation hinter dem Projekt erläutert. Mein Lieblingszitat daraus: “If people don’t know what you’re doing, they can’t blame you if it’s going wrong.”

hyder out.

Dieser Post stellt ein Feedback sowie Wunschäußerungen über die zukünftigen Inhalte der Lehrveranstaltung “Medientechnik und -praxis” bei Heinz Wittenbrink an der FH Wien dar.

Was erwartet erstsemestrige Journalismus Studenten bei einer Lehrveranstaltung unter dem Titel “Medientechnik und Medienpraxis”? Wir konnten uns nicht viel darunter vorstellen. Umso überraschender die erste Aufgabe, die uns Heinz Wittenbrink stellte: Twitter- account anlegen! Klingt trivial, macht aber Sinn. Wenn man den richtigen Leuten folgt, wird das social network richtig spannend und man kann es aus journalistischer Sicht tatsächlich sinnvoll nutzen.
Thema einer der darauf folgenden Einheiten: Blogs (das war auch die Geburtsstunde meines Blogs). Überhaupt war die LV bisher sehr Internet-orientiert angelegt, was ich in dieser Form nicht erwartet hätte. Allerdings muss man sich als angehender Journalist in Zeiten, in denen immer weniger Leute Zeitung lesen oder TV sehen, darüber bewusst sein, dass Journalismus in Zukunft vermehrt in online-Medien stattfinden wird. Umso wichtiger wird es, in diesem Bereich sattelfest zu sein.

In der letzten Einheit beschäftigten wir uns mit den Grundlagen von html und durften mit codes “experimentierten”. Ein paar Sachen wusste ich zu diesem Zeitpunkt schon über html, aber jetzt verstehe ich das System dahinter deutlich besser. Es wäre sicher nicht schlecht, bei diesem Thema noch etwas in die Tiefe zu gehen – womit wir bei meinen Vorschlägen für künftige Inhalte der LV wären. Ich würde gerne mehr über Homepage Design erfahren. So in die Richtung: was sind die besten Programme für Webdesign, wie benutze ich sie, wie baue ich die Page auf, wie füge ich Animationen und ähnliches ein, etc. Auch die grundlegende Handhabung von Programmen wie Photoshop beigebracht zu bekommen (wie auch vom Kollgen Huber vorgeschlagen) wäre eine tolle Sache, denn davon habe ich keinen blassen Dunst. Das wärs auch schon mit den Forderungen von meiner Seite, mehr fällt mir im Moment nicht ein. Looking forward to the next mtmp sessions!

hyder out.

Buzzmaker Jeff Jarvis

Posted: November 4, 2010 in interesting people
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Jeff Jarvis’ Blog buzzmachine.com gehört mit zu dem journalistisch Besten, was man in der Blogosphere zu lesen bekommt. Kein Wunder, ist er doch einer der führenden Journalisten-Ausbilder der USA und hat auch Berufserfahrung in mehreren Top-Medienhäusern des Landes vorzuweisen. Er ist etwa Mitbegründer von Entertainment Weekly, hat für die New York Daily News, People und den Chicago Tribune geschrieben, nur um ein paar zu nennen. Er muss auch so etwas ähnliches wie ein Vorbild für einige Lehrende im Journalismus-Studiengang an der FH Wien sein, denn sein Name ist schon des öfteren in Lehrveranstaltungen gefallen. Deshalb wurde ich neugierig und habe begonnen, den Blog des guten Mannes zu lesen.

Jeff Jarvis bloggt über aktuell relevante Medien- und Nachrichtenthemen, gemixt mit seinen persönlichen Eindrücken dazu. Aufgrund seiner profunden Sachkenntnis und seines exzellenten Schreibstils wird das Lesen des Blogs zu keiner Sekunde langweilig. Unter den letzten Beiträgen finde ich besonders den Post zu Jon Stewart´s Rally to restore sanity exzellent. Hier handelt es sich um eine ganz spezielle Art von Kritik, wie sie nur im Medium Blog möglich ist. Jarvis spickt den Post mit Links zu Youtube Videos von der Rally, sowie zu anderen Kritiken, die von Jarvis´ Sichtweise mitunter stark abweichen. Jarvis war auch selbst bei der Rally anwesend und gibt seine persönlich erlebten Eindrücke wieder, was den Text noch zusätzlich lebendig erscheinen lässt.

Sehr bemerkenswert finde ich die About me section auf seiner Seite, die tatsächlich um ein einiges ausführlicher als sein Wikipedia Eintrag ist. Hier gibt Jarvis erstaunlich viel von seiner Person Preis. Neben der Auflistung seiner bisherigen und aktuellen beruflichen Tätigkeiten (soweit auch aus österreichischer Sicht noch nichts Außergewöhnliches), schildert er in aller Ausführlichkeit seine politischen und religiösen Ansichten. Er gibt sogar genau an, welche Parteien und Personen er bei den letzten Wahlen gewählt hat. Zudem verrät er, welche Aktien er besitzt. Und auch den Fragebogen, den er als Freelancer für die New York Times ausfüllen musste, hält er nicht vor seinen Blog-Lesern geheim. Ein totaler Strip auf der eigenen Homepage, sozusagen. Mir fällt kein österreichischer Journalist ein, der diesen Schritt der (annähernd) totalen Transparenz schon gewagt hätte. Es gibt wohl doch noch ein paar Punkte, in denen uns die Amerikaner überlegen sind.

hyder out.